Videobeweis bei der Fußball WM 2018

Wird der Videobeweis bei der Fußball WM in Russland 2018 eingesetzt?

Im März 2018 hat der FIFA Council mit Präsident Infantino bekannt gegeben, dass der Videobeweis zusammen mit dem Videoschiedsrichter auch bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland zum Einsatz kommen wird. Für die Entscheidung kamen das internationale Gremium IFAB und der Weltverband FIFA zusammen, überprüften den Erfolg einer Testphase des Videobeweises in den Ligen und kamen bei den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft zur Übereinkunft, dass der Videobeweis als WM 2018 Turnierregel anerkannt wird. Welche Schiedsrichter zur WM 2018 fahren, liest man hier. Nach dem Confed Cup ist es das 2.große Turnier mit dieser neuen Regel, seit Anfang dieser Saison wird der Videobeweis auch in der Bundesliga benutzt. Kritit besteht vor allem in der Kommunikation zwischen Spielern und dem Schiedsrichter sowie den Zuschauern auf der Tribüne.

Auf die Einführung des Videoassistenzschiedsrichters ins Regelwerk durch Funktionäre auf höchster IFAB-Ebene, folgte die Entscheidung des FIFA-Concil, mit DFB-Präsident Grindel, am 16. März 2018 in Bogotá, den Videobeweis bei der Fußball Weltmeisterschaft 2018 einzusetzen.

Der deutsche Schiri Deniz Aytekin überprüft eine Szene mit dem VAR (Video Assistant Referee) um festzustellen ob Italien einen Elfmeter hätte bekommen müssen. Spiel zwischen England und Italien im Wembley Stadion in London am 27. März 2018. / AFP PHOTO / Ian KINGTON

Gibt es den Videobeweis bei der Fußball WM in Russland 2018?

Die FIFA erkannte den Videobeweis als neue Regel an. Bei allen 64 WM-Spielen 2018 wird ein Videoschiedsrichter (VAR – Video Assistant Referee) zur Verfügung stehen, der den pfeiffenden Hauptschiedsrichter auf dem Platz mit Technologie unterstützt. Bei der WM in Russland sitzen die Videoassistenten in Moskau und haben von dort aus Zugriff auf alle Kameras sowie zwei speziell eingerichtete Kameras für Abseitssituationen – diese zeigen z.b. eine imaginäre Abseitslinie an. Dabei geht es um die Beurteilungen von Toren und Elfmetern, genauer gesagt ob beim Tor oder Elfmeter ein Foulspiel oder eine Abseitssituation vorlag oder ob der Ball das Spielfeld verlassen hatte.

Der Videobeweis beim Confed Cup 2017

Beim Confed Cup 2017 wurde der Videobeweis erstmalig bei einem internationalen Turnier der FIFA eingesetzt. Die Kritik aufgrund der Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und den Spielern bzw. den Fans war allerdings sehr groß.

Die FIFA erklärt verschiedene Richtlinien für den Einsatz des Videobeweises. Dabei geht es um die Beurteilungen von Toren und Elfmetern, genauer gesagt ob beim Tor oder Elfmeter ein Foulspiel oder eine Abseitssituation vorlag oder ob der Ball das Spielfeld verlassen hatte. Damit sind viele Szenen angesprochen, bei denen potenziell eine spielentscheidende Entscheidung per Videobeweis getroffen wird.

Wie sehen die Regeln zum Videobeweis aus?

Wann kommt der Videobeweis zum Einsatz?

Die FIFA legt verschiedene Regeln für den Einsatz des Videobeweises fest:

Prüfung der Videobilder auf dem Feld (für Interpretation)

Tore

  • Fouls des angreifenden Spielers
  • Eingreifen aus einer Abseitsposition

Elfmeterentscheidungen

  • Foul, dass zum Elfmeter führt
  • Foul des angreifenden Spielers

Nur Rat durch den Videoassistenten (für Tatsachenentscheidungen)

Tore

  • Abseitssituation, die zu einem Tor führt
  • Ball aus dem Spiel vor einem Tor

Elfmeterentscheidungen

  • Fouls innerhalb oder außerhalb des Strafraums
  • Ball aus dem Spiel vor einem Elfmeter
  • Abseitsposition, die zu einem Elfmeter führt

Diese Regeln sollen auch bei der WM 2018 zum Einsatz kommen und betreffen die Spielsituationen, bei denen der Videobeweis zum Einsatz kommt. Dabei geht es um die Beurteilungen von Toren und Elfmetern und genauer gesagt um Fragen des Foulspiels, des Abseits und der Frage, ob der Ball vor dem Tor oder Elfmeter das Spielfeld verlassen hatte. Damit sind viele Szenen angesprochen, bei denen potenziell eine spielentscheidende Entscheidung getroffen werden muss.

5 Fakten zum Videobeweis bei der WM 2018

  • Ein Videoassistent-Schiedsrichter unterstützt bei allen 64 WM-Spielen den Schiedsrichter auf dem Platz, der per Headset verbunden ist.
  • Das Videoassistent-Schiedsrichter – Team sitzt zentral in Moskau.
  • Das Videoassistent-Schiedsrichter – Team hat Zugang zu allen relevanten Fernsehbildern und deren Kameras sowie zwei eigenen Kameras.
  • Der Videoassistent-Schiedsrichter übernimmt keine Entscheidungen, er unterstützt den Schiedsrichter in der Entscheidungsfindung, die finale Entscheidung übernimmt weiterhin der Schiedsrichter auf dem Platz.
  • Der Fußballfan im Stadion wird von der Videoleinwand über den Vorgang informiert, der Fußballfan am Bildschirm vom Kommentator und der Fernsehanstalt durch Einblendung.

Wo kam der Videobeweis bisher zum Einsatz und wann wurde er zum ersten Mal genutzt?

Bei TV-Übertragungen des US-Sports American Football wurde der Videobeweis in der Form der Wiederholung schon 1967 ausgestrahlt. Er wurde danach bei anderen Sportübertragungen immer wichtiger. Außerdem bekommen die Schiedsrichter immer mehr Möglichkeiten die Vorteile des Videobeweises zu nutzen.

Beispielsweise können die Schiedsrichter in der US-Basketball-Liga NBA seit der Saison 2002/03 die Technikhilfe in spielentscheidenden Situationen bemühen und feststellen, ob ein Wurf vor Ablauf der Zeit abgegeben wurde oder nicht.

Bekannt sind weitere Einsatzgebiete des Videobeweis, unter anderem im Tennis, wo die Hawk Eye-Technologie den Aufprallpunkt des Balles ermittelt, oder bei Wettkämpfen, wo mit Hilfe eines Fotofinishs die Platzierungen ermittelt werden. Bei der Fußball-WM 2018 in Russland wird der Videobeweis für den Schiedsrichter erstmals verwendet.

Wann und wo wurde der Videobeweis beim Fußball eingeführt?

Die ersten Fußballspiele, bei denen Schiedsrichter einen Videoassistenten zur Seite hatten, fanden in den Niederlanden statt, wo die Technikhilfe in der Saison 2016/17 bei 26 Pokalspielen zum Einsatz kam. Außerdem im September 2016 beim Testspiel zwischen Frankreich und Italien.

In der Saison 2017/18 wurde den Schiedsrichtern in den Fußball-Profiligen Australiens, Deutschlands, Italiens und Portugals die Unterstützung durch einen Videoassistenten zugesprochen. Diese Ligen nehmen an einer Testphase der IFAB teil.

Vom internationalen Gremium IFAB (International Football Association Board), welches die Änderungen des Fußball-Regelwerks beschließt, wurde am 3. März 2018 in Zürich der Videobeweis in die Fußballregeln aufgenommen.

Der VAR (Video Assistant Referee) wurde damit bei der IFAB, unter Zustimmung des Weltverbandes FIFA Bestandteil der Fußballregeln. Diese Änderungen am Regelwerk erweitern die „Laws of the Game“, die die IFAB im Mai 2017 veröffentlichte und die ihrerseits eine Neuerung der Regeln von 1903 waren.

In welchen Szenen kommt der Videobeweis beim Fußball zum Einsatz?

Die Möglichkeit für den Schiedsrichter, durch die Neuerung einer technischen Hilfe eine geschultere oder seriösere Entscheidung zu treffen, kommt vor allem bei diesen spielentscheidenden Szenen zum Einsatz.

Beim Fußball kommt es immer wieder zu strittigen und spielentscheidenden Szenen, bei denen die Entscheidung der Schiedsrichter im Mittelpunkt der Kritik stehen. Die strittigen Entscheidungen der Spielleitung können vor allem Szenen mit Toren betreffen, wozu auch Abseitssituationen zählen können, sowie Elfmeter, Platzverweise und Spieler-Verwechslungen durch den Schiedsrichter.

Um mögliche Fehlentscheidungen des leitenden Unparteiischen noch im Spiel zu korrigieren, kann er den Videobeweis am Bildschirm am Spielfeldrand bemühen oder mit dem Videoassistenten kommunizieren, der an einem neutralen Ort die Fernsehbilder betrachtet.

Der Videoassistent greift dann ein, wenn der Schiedsrichter eine Spiel-Szene womöglich falsch bewertet hat und er informiert den Unparteiischen, dass eine Fehlentscheidung vorliegt. Der Videoassistent hat die Möglichkeit dem Schiedsrichter während des Spiels Hinweise auf das Geschehen zu geben.

Wird die Technikhilfe des Video-Schiedsrichters den Spielfluss stören?

Beim Fußball wird der unparteiische Schiedsrichter vom Video-Schiedsrichter über eine fragliche Spielsituation informiert. Der Video-Schiedsrichter überprüft die Entscheidung anhand der Fernsehbilder.

Es ist schwer möglich, dass die Benachrichtigung des Schiedsrichters den Spielfluss stört, denn das Spiel sollte beim Einsatz des Video-Schiedsrichters bereits unterbrochen. Allerdings besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass der Video-Schiedsrichter am Bildschirm auch in anderen Spielsituationen dem Schiedsrichter Hinweise oder Funksprüche durchgibt.

Außerdem kann eine Unterbrechung durch den Videoassistenten zu Einschränkungen des Spielflusses führen, weil der Schiedsrichter durch die Überprüfung seiner Entscheidung das Weiterspielen etwas verzögern muss

Wie merken die Fans im Stadion, dass es einen Videobeweis gibt?

Die Videobeweis-Entscheidung wird vom Schiedsrichter durch ein Handzeichen angekündigt. Es gibt verschiedene Einsatzgebiete des Videobeweises. Dazu zählen die Torlinientechnologie, die Prüfung der Fernsehbilder durch den Offiziellen auf dem Spielfeld und der Videoassistent.

Schiedsrichter Craig Pawson zieht den VAR (Video Assistant Referee) zu Rate / AFP PHOTO / PAUL ELLIS

Schiedsrichter Craig Pawson zieht den VAR (Video Assistant Referee) zu Rate / AFP PHOTO / PAUL ELLIS

Wenn der Schiedsrichter die Videoaufzeichnung selbst überprüft, zeichnet er mit seinen beiden Händen ein großes Rechteck vor der Brust. Durch dieses Handzeichen wird der Zuschauer darüber informiert, dass eine Entscheidung anhand der Videobilder durch den Schiedsrichter erfolgt.

Der Schiedsrichter hält eine Hand an sein Ohr, um dem Zuschauer zu signalisieren, dass Funkkontakt zum Videoassistenten besteht. Durch das Handzeichen wird der Zuschauer zumindest darüber informiert sind, dass die Rücksprache des hauptamtlichen Schiedsrichters und des Videoschiedsrichters stattfindet.

Wie lief die Einführung des Videoassistenten in der Bundesliga?

Die Einführung des Videoassistenten fand vor der Saison 2017/18 im Rahmen der Testphase des IFAB-Projektes statt. Im März 2018 wurde bekannt, dass die Testphase auf eine weitere Saison erweitert wird und auch 2018/19 weiterläuft.

In der Bundesliga greift der Videoassistent mit Sitz in Köln bei Toren, Elfmetern, Platzverweisen und Verwechslungen ein und versucht in entscheidenden Spielsituationen eine gerechtere Auswertung zu garantieren und Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Im November 2017 wurde vom DFB eine Änderung am Regelwerk beschlossen, die es dem Videoassistenten ermöglichte einzugreifen, wenn keine „klare Fehlentscheidung“ des Schiedsrichters vorgelegen haben soll.

Der einzige deutsche Schiedsrichter bei der WM Dr. Felix Brych hat somit ausreichend Erfahrung mit dem Videobeweis machen können.

Wie funktioniert der Videobeweis in anderen Ländern beim Fußball?

In den Niederlanden sowie in Portugal lief die Einführung des Videobeweises relativ problemlos. Im Regelwerk des niederländischen Verbands KNVB kommt der Videobeweis bei Elfmetern, Platzverweisen und Abseitssituationen zum Einsatz. In Portugal kam es im Februar 2018 zu einem kuriosen Vorfall, wo die einzige korrekt postierte Kamera die betreffende Szene nicht einfangen konnte, weil eine große Fahne die Sicht blockierte.

In Australien entstanden Probleme bei der Einführung des Videobeweises, da scheinbar unklar blieb, wann der Videobeweis eingesetzt wird und wie viel Zeit er beanspruchen darf. Aus der italienischen Seria A wurde im Januar 2018 bekannt, dass der Videobeweis 49 Fehlentscheidungen verhindert hat. Nur elf Tage später geriet eine strittige Szene in den Blick, die der Videoassistent überhaupt nicht bewerten durfte, da er laut Regelwerk nur die Abseitssituation in den Blick nehmen konnte, nicht aber das vermeintliche Handspie

Weitere Quellen

http://football-technology.fifa.com/en/innovations/var-at-the-world-cup/