WM 2006 in Deutschland

Die 18. Fußballweltmeisterschaft fand erneut in Deutschland statt, es sollte das „Sommermärchen 2006“ werden – allerdings ohne Happy End für die Nationalelf von Trainer Jürgen Klinsmann. Nach der WM 1974 durfte die europäische Fußballnation Deutschland zum zweiten Mal der Gastgeber bei einer Fußball Weltmeisterschaft sein. Die deutsche Nationalelf um ihren Nationaltrainer Jürgen Klinsmann strebte nach 1974 den zweiten WM-Titel im eigenen Land an, doch daraus wurde leider nichts, man scheiterte im WM-Halbfinale am späteren Weltmeister Italien.

FIFA Präsident Joseph S. Blatter (L), 2006 FIFA World Cup Organising Committee Präsident Franz Beckenbauer (R) und der deutsche Bundespräsident Horst Kohler (C) eröffnen in München am 09.Juni 2006 das Sommermärchen AFP PHOTO / YURI CORTEZ

FIFA Präsident Joseph S. Blatter (L), 2006 FIFA World Cup Organising Committee Präsident Franz Beckenbauer (R) und der deutsche Bundespräsident Horst Kohler (C) eröffnen in München am 09.Juni 2006 das Sommermärchen AFP PHOTO / YURI CORTEZ

Inhaltsverzeichnis - das findest du hier zur WM 2018

Italien wird Weltmeister 2006

Bei der Vergabe setzte sich Deutschland knapp gegen die anderen Mitbewerber durch. Besonders Südafrika war ein harter Konkurrent hinsichtlich der Austragung. In der letzten Runde setzte sich Deutschland mit 12 zu 11 Stimmen gegen Südafrika durch. Im Nachhinein sorgte die Vergabe jedoch noch für zahlreiche Diskussionen. Im Jahr 2015 kam bei einem Skandal heraus, dass eine dubiose Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an Funktionäre geflossen ist. Im Zuge dieses Skandals musste der DFB Präsident Wolfgang Niersbach seinen Rücktritt erklären. Und auch der deutsche Kaiser und damalige Chef des Organisationskomitees Franz Beckenbauer geriet unter Druck. Bis heute sind die Umstände, unter denen die WM nach Deutschland kam allerdings nicht gänzlich geklärt. Vielerorts gilt die Fußball-WM 2006 als gekauft.

In zwölf verschiedenen Stadien in zwölf deutschen Städten fanden die Spiele der Fußball-WM 2006 statt. Das Finale der WM 2006 fand im Berliner Olympiastadion statt. Durchschnittlich boten die Stadien Platz für 52.000 Zuschauer.

Die 32 WM-Teilnehmer

14 der WM-Teilnehmer kamen vom europäischen Kontinent. Wiederum dominierten somit die europäischen Teams das Teilnehmerfeld. Insgesamt kamen acht Mannschaften aus Nord- und Südamerika, während sich fünf afrikanische Nationalteams qualifizieren konnten. Vier Teilnehmerplätze gehörten den Mannschaften aus Asien. Da sich mit Australien auch ein Vertreter des Fußballverbandes Ozeanien qualifizierte, waren bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 Vertreter von allen fünf Kontinenten dabei.

DeutschlandEnglandArgentinienMexiko
Costa Rica Paraguay Elfenbeinküste Iran
Polen Trinidad und  TobagoSerbien und Montenegro Angola
Ecuador Schweden Niederlande Portugal
Italien Brasilien FrankreichSpanien
Ghana Kroatien SchweizUkraine
USA Australien Südkorea Tunesien
Tschechien Japan Togo Saudi-Arabien

Das WM-Finale 2006

Das Finale bei der WM 2006 lautete Italien gegen Frankreich. Nach nur wenigen Minuten schoss der überragende Mittelfeldspieler Zinedine Zidane vom Elfmeterpunkt die Equipe Tricolore in Führung. Allerdings kamen die Italiener kurze Zeit später zum Ausgleich. Anschließend passierte lange Zeit nicht viel. Es gab Verlängerung. Dort rastete Zinedine Zidane aus, nachdem der italienische Torschütze Marco Materazzi beleidigende Worte über Zidanes Schwester geäußert hatte. Zidanes Antwort darauf: ein Kopfstoß. Das Resultat war ein Platzverweis für den Franzosen. Nichtsdestotrotz gab es kurze Zeit später Elfmeterschießen, weil die italienische Elf die zehn Minuten Überzahl nicht nutzen konnte. Beim Elfmeterschießen scheiterte der französische Stürmer David Trezeguet am italienischen Torwart. Italien war Weltmeister. Bereits zum vierten Mal holten die Italiener den WM-Titel.

DatumOrtTeam 1Team2Ergebnis
09.07.2006Berlin  Italien   Frankreich i.E. 5:3(1:1)
Tore: 0:1 Zinédine Zidane ( 7. Elfmeter), 1:1 Marco Materazzi (19. Kopfball)

Deutschland bei der WM 2006

Das Sommermärchen. Die WM zu Gast bei Freunden. Doch wie lief es für die Gastgeber bei der WM im eigenen Land im Jahr 2006? Nach dem frühen Aus bei der vorhergegangenen Europameisterschaft wollte die deutsche Nationalmannschaft mit ihrem neuen Trainer Jürgen Klinsmann zuhause alles besser machen.

Der damals noch junge Stürmer Miroslav Klose feiert sein 2.Tor bei der WM gegen Ecuador am 20. Juni 2006 im Berliner Olympiastadion. AFP PHOTO / VINCENZO PINTO

Der damals noch junge Stürmer Miroslav Klose feiert sein 2.Tor bei der WM gegen Ecuador am 20. Juni 2006 im Berliner Olympiastadion. AFP PHOTO / VINCENZO PINTO

Schon vor der WM fängt die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft beim Sommermärchen an. Der neue Bundestrainer veränderte nach der Schmach bei der EM 2004 so ziemlich alles. Es wurden innovative Trainingsmethoden eingeführt. Der zuvor gesetzte Torwart Oliver Kahn wird von seinem Herausforderer Jens Lehmann auf der Nummer 1 verdrängt und insgesamt präferierte Klinsmann eine offensivere Spielweise. Vor dem Beginn des Turniers formulierte Jürgen Klinsmann seine Ziele: er wollte den vierten Weltmeistertitel für Deutschland holen, den zweiten WM-Titel bei einer WM im eigenen Land.

Die Deutschlandspiele bei der WM 2006

PhaseTeam1Team 2Ergebnis
Vorrunde09. Jun 06Deutschland Costa Rica4:2 (2:1)
Vorrunde14. Jun 06Deutschland Polen1:0 (0:0)
Vorrunde20. Jun 06Ecuador Deutschland 0:3 (0:2)
Achtelfinale24. Jun 06Deutschland Schweden2:0 (2:0)
Viertelfinale30. Jun 06Deutschland Argentinien 4:2 n.E., (1:1, 1:1)
Halbfinale04. Jul 06Deutschland Italien 0:2 n.V.

Über 30 Jahre lang hat es die deutsche Nationalelf nicht mehr geschafft, alle ihre Vorrundenspiele zu gewinnen. Doch bei der Heim-WM 2006 in Deutschland schaffte die deutsche Mannschaft einen perfekten Start. Zunächst gewannen die deutschen Kicker um die aufstrebenden Jungstars Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger mit 4:2 gegen Costa Rica. Im zweiten Gruppenspiel schoss Oliver Neuville nach einer Vorlage von David Odonkor erst in der Nachspielzeit die deutsche Elf zum 1:0 Sieg. Im dritten und letzten Spiel der Gruppe A gewann Deutschland souverän mit 3:0 gegen Ecuador. 3 Siege. 9 Punkte. Platz 1. Dies war das Ergebnis der Vorrunde bei der WM 2006. Ein perfekter Start in das deutsche Sommermärchen. Der Motivator Jürgen Klinsmann hatte es geschafft, die deutsche Elf auf den Punkt genau perfekt einzustellen. Der heutige Bundestrainer und damalige Co-Trainer Jogi Löw war schon damals ein ausgemachter Taktikfuchs, der die deutsche Elf perfekt einstellte.

Im Achtelfinale konnte die deutsche Mannschaft souverän gegen die Schweden gewinnen. Torschütze war zweimal der gebürtige Kölner Lukas Podolski, der die Nationalelf zum 2:0 Sieg und in das Viertelfinale schoss. Dort warteten die Argentinier. In einem spannenden Spiel konnte sich keine Nation endgültig durchsetzen. Es kam zum Elfmeterschießen. Dort schlug die Stunde von Jens Lehmann, der sich gegen Oliver Kahn im Kampf um die deutsche Nummer 1 durchsetzte. Vor dem entscheidenden Elfmeterschießen kam Kahn zu Lehmann und wünschte ihm Glück. Zu Berühmtheit gelangte auch ein Zettel. Diesen steckte sich Jens Lehmann in die Stutzen und schaute vor jedem neuen Schützen drauf. Dort waren die bevorzugten Ecken der argentinischen Spieler notiert. Zwei Elfmeter konnte Lehmann parieren. Deutschland stand im Halbfinale. Dort wartete der deutsche Angstgegner Italien.

Das Halbfinale gegen die italienische Elf war geprägt von zwei hervorragend eingestellten Defensivverbunden. Erst in der 119. Minute, eine Minute vor dem Ende und einem erneuten Elfmeterschießen, traf Grosso zum 1:0 für Italien. In der letzten Minute erhöhten die Italiener sogar noch auf 2:0. Deutschland scheiterte somit an Italien im Halbfinale. Der Traum vom Weltmeistertitel endete an diesem Abend. Im ganzen euphorisierten Deutschland herrschte Trauer vor. Nichtsdestotrotz gewann Deutschland gegen Portugal abschließend noch das Spiel um Platz 3 und wurde Dritter. Zwei Tage nach dem Ende der WM 2006 gab Jürgen Klinsmann seinen Rücktritt bekannt.

Der DFB Kader bei der WM 2006?

Welche deutschen Nationalspieler fuhren zur Fußball WM 2006?
RNNamePos.VereinGeburtstag
23Timo HildebrandTWVfB Stuttgart05.04.1979
12Oliver KahnTWFC Bayern15.06.1969
1Jens LehmannTWArsenal10.11.1969
16Philipp LahmABFC Bayern11.11.1983
2Marcell JansenABM'gladbach04.11.1985
6Jens NowotnyABLeverkusen11.01.1974
3Arne FriedrichABHertha BSC29.05.1979
21Christoph MetzelderABDortmund05.11.1980
17Per MertesackerABHannover 9629.09.1984
4Robert HuthABChelsea18.08.1984
8Torsten FringsMFSV Werder22.11.1976
18Tim BorowskiMFSV Werder02.05.1980
19Bernd SchneiderMFLeverkusen17.11.1973
7Bastian SchweinsteigerMFFC Bayern01.08.1984
5Sebastian KehlMFDortmund13.02.1980
13Michael BallackMFFC Bayern26.09.1976
15Thomas HitzlspergerMFVfB Stuttgart05.04.1982
14Gerald AsamoahSTSchalke 0403.10.1978
11Miroslav KloseSTSV Werder09.06.1978
22David OdonkorSTDortmund21.02.1984
10Oliver NeuvilleSTM'gladbach01.05.1973
20Lukas PodolskiST1.FC Köln04.06.1985
9Mike HankeSTWolfsburg05.11.1983
Jürgen KlinsmannTrainer30.07.1964
Joachim LöwCO-Trainer03.02.1960
Andreas KöpkeTW-TR12.03.1962
Chad ForsytheFI-TR08.06.1973
Mark VerstegenFI-TR09.06.1969